Einwegpfand überall abgeben – Kann ich das? FAQ!

Einwegpfand überall abgeben – Kann ich das? FAQ!

Einwegpfand & Mehrwegpfand. Warum haben wir 2 Pfandsystem in Deutschland und warum kann ich meinen Pfand nicht überall abgeben? Es gibt so viele Fragen zum Pfand und keiner weiß so richtig darüber Bescheid. Was kann ich tun, wenn ich meinen bezahlten Pfand nicht mehr zurück bekomme? Das alles will ich gern mit euch in diesem Artikel klären.

Ich werde häufig per Mail gefragt, ob ich in Punkto Pfandrückgabe weiter helfen kann. Häufig haben Kunden in einem Geschäft Pfand bezahlt und bekamen später bei Rückgabe das bezahlte Pfand nicht mehr zurück. Auf jede Mail zu antworten würde den zeitlichen Rahmen sprengen, weil es auch immer unterschiedliche Fälle in Punkto Pfand und Pfandrückgabe gibt. Fangen wir von vorne an. Unterscheiden wir erst einmal welche Pfandsorten es in Deutschland gibt. Wir haben in Deutschland seit 2003 2 Pfandsysteme. Einmal den Einwegpfand – der über die DPG Deutsche Pfandsystem GmbH beaufsichtigt und gesteuert wird. Und dann haben wir noch den Mehrwegpfand in Deutschland, der eher wie das Stiefkind behandelt und mit Füßen getreten wird. Diese beiden Pfandsorten wollen wir uns etwas genauer betrachten.

Einwegpfand – Was ist das?

INFO:Die Pfandpflicht gilt in Deutschland seit dem 1. Januar 2003 für Einwegverpackungen von Getränken. Das Pfandsystem wird in Deutschland teilweise umgangssprachlich als Dosenpfand bezeichnet. Die richtige Bezeichnung ist Einwegpfand. Bis zum 30. April 2006 gab es dort verschiedene Pfandsysteme (Insellösungen (P-Pfandsystem, Greif zu usw.)), was dazu führte, dass die jeweiligen Verpackungen nur in bestimmten Geschäften oder Getränkeketten abgegeben werden konnten. Seit dem 1. Mai 2006 müssen alle Geschäfte, die Getränke in pfandpflichtigen Einwegverpackungen verkaufen, die Einwegverpackungen der jeweiligen Materialart auch zurücknehmen. Ausnahmen gibt es für Läden mit weniger als 200 m² Verkaufsfläche. (de.wikipedia.org)

Einwegpfand Symbol

Einwegpfand Symbol

An der stelle müssen wir erst einmal sondieren. Den Einwegpfand erkennen wir an dem Symmbol rechts im Beitrag. Alle Verpackungen die dieses Einweg Pfand Symbol tragen, haben einen Pfandwert von 0,25 Cent und können in dem Geschäft abgegeben werden, wo ich es gekauft habe, oder jedem Geschäft, das die gleiche Verpackungsart des Einwegpfand Produktes in Umlauf bringt. Aber kommen wir mal zu den Frage / Antworten Spiel der meistgestellten Fragen zum Einwegpfand:

Kann ich meinen Einwegpfand überall abgeben?

Jein! Einzelhändler oder Handelsketten (Aldi, Lidl, Edeka, Kaisers und einzelne Händler) sind zur Rücknahme aller pfandpflichtigen Einweggetränkeverpackungen der verkaufenden Materialart (Dose , Pet Flasche) verpflichtet, die sie auch aktuell vertreiben. Die Rücknahmepflicht gilt unabhängig davon, ob die Einwegverpackungen von einem anderen Händler oder Wettbewerber verkauft wurde. So muss ein Händler, der nur PET-Einwegflaschen anbietet, keine Dosen oder Glasflaschen zurücknehmen, jedoch PET-Flaschen unabhängig von ihrer Größe, Form oder Marke.

Ausnahme beim Einwegpfand:

Geschäfte mit einer kleinen Verkaufsfläche (unter 200 m²) können die Rücknahme weiterhin auf die Einweggetränkeverpackungen der Marken beschränken, die sie in ihrem Angebot haben (Marke und Gebindeart).

Bei allen Rückgaben von Einwegpfand ist zu beachten, dass der Verbraucher keinen Pfandanspruch hat, wenn das Einwegsymbol auf  der Verpackung nicht vorhanden, oder durch Verformung und Beschädigung des Materials nicht ersichtlich ist.

Hier geht es zum Artikel:
Mehrwegpfand-abgeben! Meine Tipps

Zusätzlich ist zu beachten, dass es keine eindeutige gesetzliche Regelung gibt, wie viel Einwegpfand man in dem Handel zurückführen darf. Wenn der Kunde mit einem Sack mit 100-200 Einwegpfand Flaschen am Automat steht, ist das absolut legitim. Doch genauso kann auch der Händler auch darauf verweisen, dass er nur Einwegpfand in handelsüblichen Mengen zurücknimmt. Da sind 100-200 Flaschen nicht handelsübliche Größen. Sicherlich kann man sich im Streit ob das so richtig oder falsch ist, sich über die Deutsche Pfandsystem GmbH  auseinandersetzen. Doch muss man auch die unverhältnismäßigkeit am Markt sehen, wer wieviel,  wovon verkauft. Wenn ich alle meine Getränkeflaschen bei Lidl oder Aldi kaufe und sie dann letztlich aber in einem kleinen Geschäft abgebe, das keiner Getränke- oder Handelskette angehört – ist das Gewicht / Belastung / Mehraufwand für den kleinen Händler größer als für die Ketten. Wenn er weniger Einwegverpackung verkauft, aber mehr Pand zurück nimmt / auszahlt, hat er mehr Aufwand und Kosten , als Nutzen davon. Das sollte man immer beachten und im Hinterkopf behalten. Wenn Ihr den Handel schützen wollt, dann bitte die Einwegverpackungen mit Pfand immer dort abgeben, wo Ihr sie gekauft habt oder im Besten Fall immer bei den großen Handelsketten.

Ganz zum Schluss noch eine Info: Mehrwegpfand hat einen eigenen Pfandkreislauf und hat nichts mit dem Einwegpfand zu tun. Das heißt, wenn Du Mehrwegpfand zu Hause hast, kannst Du du den Pfand nicht im Handel abgeben, der sich nur mit dem Einwegpfand auseinander setzt. Mehrweg kann man nur dort abgeben, der auch mit Mehrweg handelt oder Mehrwegpfand Artikel  in Umlauf bringt.

Noch Fragen zum Thema “Einwegpfand”? Einfach und in die Kommentare schreiben.

Morgen gibt es einen weiteren Artikel und dann besprechen wir, was Mehrwegpfand ist und wo man Mehrweg überall abgeben kann.

 

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